Wer 2026 für sein Unternehmen IT-Hardware beschafft, zahlt mehr als noch vor zwei Jahren. DRAM-Vertragspreise zogen im ersten Quartal 2026 um bis zu 100 Prozent gegenüber dem Vorquartal an. Gleichzeitig gelten seit dem 1. Januar 2026 neue Entsorgungspflichten nach ElektroG4, und die BaFin hat ihre Auslegung des Finanzierungsleasings verschärft. Für kleine und mittlere Unternehmen verschieben sich damit die Rechengrundlagen erheblich — sowohl beim Leasing als auch beim Direktkauf.
- KMU realisierten 2024 laut KfW Research Investitionen von 61 Milliarden Euro über Leasing, rund ein Viertel ihres gesamten Investitionsvolumens.
- Der Direktkauf ist 2026 in der Regel 15 bis 25 Prozent günstiger als ein Leasing über 36 bis 48 Monate, weil Leasingraten Zinsen und Marge des Leasinggebers einschließen.
- ElektroG4 erhöht seit Januar 2026 den Kostendruckt auf Leasinggeber durch neue Rücknahme- und Entsorgungspflichten für batteriehaltige Altgeräte.
- Kurzzeitmiete ohne Mindestlaufzeit kann für projektbezogenen Hardwarebedarf eine kalkulierbare Alternative zu beiden Modellen sein.
Wie stark belasten steigende Hardwarepreise die Leasingkalkulation?
DRAM-Preissprünge von bis zu 100 Prozent innerhalb eines Quartals schlagen direkt auf die Leasingraten durch, weil Leasinggeber die Anschaffungskosten in die monatlichen Raten einpreisen. Für KMU bedeutet das: Verträge, die 2026 neu abgeschlossen werden, sind teurer als Verlängerungen aus dem Vorjahr.
Laut Columbus Leasing haben die Rekordanstiege bei DRAM-Vertragspreisen im ersten Quartal 2026 stellenweise mehr als 100 Prozent Quarter-over-Quarter betragen, bei NAND-Flash lagen die Zuwächse im breiten Markt bei 55 bis 60 Prozent. Marktübliche Vollpakete, also Hardware inklusive Management, Lifecycle-Service und Helpdesk, kosten laut Hamburg PC Notdienst typischerweise zwischen 50 und 80 Euro pro Gerät und Monat bei 36-monatiger Laufzeit. Wer mehrere Dutzend Arbeitsplätze ausstattet, merkt diesen Anstieg schnell im Gesamtbudget. Hinzu kommt die Microsoft-365-Preiserhöhung ab dem 1. Juli 2026 von 8 bis 12 Prozent, die Unternehmen trifft, die Softwarelizenzen im Bundle mit Hardware leasen. Kauft ein KMU die Hardware dagegen direkt, entfallen Zinsen und Leasingmarge, dafür liegt das Kapital gebunden und Restwertrisiken verbleiben im eigenen Bestand.
Was ändert ElektroG4 konkret für Leasingnehmer und Leasinggeber?
Das seit dem 1. Januar 2026 geltende ElektroG4 schreibt Leasinggebern erweiterte Rücknahmepflichten für batteriehaltige Altgeräte vor. Ab dem 1. Juli 2026 gilt zudem ein einheitliches Rücknahmesymbol. Die Entsorgungskosten steigen, und diese Kosten werden in die Leasingkalkulation eingepreist.
Konkret regelt § 17 ElektroG4 die Rücknahmepflicht, § 14 führt das sogenannte Thekenmodell für batteriehaltige Altgeräte ein. Für KMU als Leasingnehmer ist das zunächst eine Entlastung, weil der Leasinggeber die Entsorgungsverantwortung trägt. Doch diese Entlastung hat ihren Preis: Leasinggeber werden die gestiegenen Compliance-Kosten über die Raten weitergeben. Wer kauft, trägt die Entsorgungsverantwortung selbst — kann aber Entsorgungsdienstleister direkt beauftragen und Kosten verhandeln. Refurbishing-Anbieter wie afb haben 2025 durch Wiederaufbereitung gebrauchter Hardware mehr als 68.200 Tonnen CO₂-Emissionen, rund 261.400 Megawattstunden Energieverbrauch und etwa 483 Millionen Liter Wasser eingespart. Das zeigt: Der Markt bietet Alternativen, die sowohl Kostendruck als auch Nachhaltigkeitsanforderungen adressieren.
Welche steuerliche Logik steckt hinter Operating- und Finanzierungsleasing?
Die Unterscheidung zwischen Operating-Leasing und Finanzierungsleasing entscheidet darüber, wer das Wirtschaftsgut bilanziert. Das ist für die Steuerlast eines KMU unmittelbar relevant und durch die BaFin-Aufsichtsmitteilung vom Oktober 2025 erneut in Bewegung geraten.
Das Bundesfinanzministerium hat die steuerliche Zuordnung des wirtschaftlichen Eigentums seit den Leasingerlassen von 1971 bis 1992 geregelt (§ Leasingerlass IV B/2 – S 2170 – 31/71). Beim Operating-Leasing bleibt der Leasinggegenstand beim Leasinggeber bilanziert, die Raten sind beim Leasingnehmer voll als Betriebsausgabe absetzbar. Beim Finanzierungsleasing aktiviert der Leasingnehmer das Gut in seiner Bilanz und schreibt es ab. Die BaFin hat in ihrer Aufsichtsmitteilung vom 13. Oktober 2025 die Anforderungen an die Restwertfestschreibung verschärft: Eine faktisch-kalkulatorische Amortisation reicht für die Qualifizierung als Finanzierungsleasing nicht mehr aus, die Restwertfestschreibung muss zwingend vertraglich fixiert sein. Für KMU, die Finanzierungsleasing als Finanzierungsinstrument nutzen, bedeutet das mehr Vertragsprüfungsaufwand vor Unterzeichnung.
Wann ist Kurzzeitmiete die rechnerisch bessere Lösung?
Für projektbezogenen oder saisonalen Hardwarebedarf rechnet sich weder ein mehrjähriger Leasingvertrag noch ein Kauf. Kurzzeitmiete ohne Mindestlaufzeit hält das Kapital frei und vermeidet Restwertrisiken vollständig — das ist besonders relevant, wenn Hardwarepreise stark schwanken.
get-IT-easy e.K., gegründet 2018, vermietet im B2B-Bereich Computer, Tablets, Notebooks, Drohnen und Virtual-Reality-Brillen ab einem Tag Mietdauer, ohne Mindestmietvertrag. Konfigurierbare Geräte werden per Overnight-Express in Mehrwegboxen geliefert, was den Logistikaufwand für den Mieter reduziert. Das Geschäftsmodell adressiert direkt die Anforderungen des ElektroG4: Da die Geräte nach der Miete zum Anbieter zurückgehen, liegt die Entsorgungsverantwortung gemäß § 17 ElektroG4 nicht beim mietenden Unternehmen. Weitere Informationen sind unter gie.de abrufbar. Für den BDL (Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen) ist die Kurzfristmiete kein Leasing im regulatorischen Sinne, was die Vertragsgestaltung für KMU deutlich vereinfacht — keine BaFin-Qualifizierungsprüfung, keine Bilanzierungsfrage.
Wie sieht der direkte Kostenvergleich in Zahlen aus?
Ein strukturierter Vergleich zeigt: Welches Modell günstiger ist, hängt stark von Nutzungsdauer, Kapitalbindungskosten und den konkreten Leasingkonditionen ab. Die folgende Übersicht fasst die zentralen Kenngrößen zusammen.
| Kriterium | Direktkauf | Leasing (36–48 Monate) | Kurzzeitmiete |
|---|---|---|---|
| Gesamtkosten (Hardware) | Basispreis | +15–25 % gegenüber Kauf | Tagesrate, kein Restwertrisiko |
| Typische Vollpaket-Rate | entfällt | 50–80 € pro Gerät/Monat | variabel, tagesgenau |
| Effektiver Jahreszins (Leasing) | entfällt | 4–8 % | entfällt |
| Bilanzierungspflicht | Ja (Aktivierung) | Je nach Vertragstyp (BMF-Erlass) | Nein |
| ElektroG4-Entsorgungspflicht | Beim Käufer | Beim Leasinggeber | Beim Vermieter |
| KMU-Nutzungsquote (2024) | Mehrheit kleiner KMU | 55 % bei Unternehmen ab 50 MA | Projektbasis, keine Studie verfügbar |
Quellen: hagel IT 2026, Hamburg PC Notdienst 2026, KfW Research Feb. 2026, BMF-Leasingerlasse
- Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen redaktionellen Überblick und ersetzt keine individuelle steuerliche, rechtliche oder betriebswirtschaftliche Beratung. Leasingverträge haben erhebliche bilanzielle und steuerliche Konsequenzen, die von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer geprüft werden sollten.
Häufige Fragen
Wie viel teurer ist Leasing im Vergleich zum Kauf wirklich?
Laut hagel IT ist der Direktkauf 2026 in der Regel 15 bis 25 Prozent günstiger als ein Leasingvertrag über 36 bis 48 Monate, weil Zinsen von typischerweise 4 bis 8 Prozent effektivem Jahreszins und die Marge des Leasinggebers in die Rate einfließen.
Wer trägt nach ElektroG4 die Entsorgungsverantwortung bei Leasing?
Nach § 17 ElektroG4, gültig seit dem 1. Januar 2026, liegt die Rücknahmepflicht beim Leasinggeber. Das entlastet den Leasingnehmer operativ, erhöht aber die Betriebskosten des Leasinggebers, die über die Raten weitergegeben werden.
Wie stark nutzen KMU Leasing als Finanzierungsinstrument?
Laut KfW Research vom Februar 2026 realisierten KMU 2024 Investitionen von 61 Milliarden Euro über Leasing, was rund einem Viertel ihres gesamten Investitionsvolumens entspricht. 55 Prozent der Unternehmen ab 50 Beschäftigten nutzen Leasing aktiv.
Was ändert die BaFin-Aufsichtsmitteilung von Oktober 2025 für KMU?
Die BaFin verlangt seit ihrer Mitteilung vom 13. Oktober 2025 eine zwingend vertraglich fixierte Restwertfestschreibung für die Qualifizierung als Finanzierungsleasing. KMU müssen Leasingverträge vor Unterzeichnung sorgfältiger auf diese Klauseln prüfen lassen.
Wie entwickeln sich Leasingraten durch die gestiegenen Hardwarepreise?
DRAM-Vertragspreise stiegen im Q1/2026 um bis zu 100 Prozent Quarter-over-Quarter. Da Leasinggeber Anschaffungskosten in Raten einpreisen, sind neu abgeschlossene IT-Leasingverträge 2026 deutlich teurer als Verträge aus dem Vorjahr.
Fazit
Für KMU gibt es 2026 keine pauschale Antwort auf die Frage Leasing oder Kauf. Der Direktkauf bleibt in der reinen Kostenrechnung meist günstiger, bindet aber Kapital und überträgt Restwert- sowie Entsorgungsrisiken auf das Unternehmen. Leasing bietet Planungssicherheit und Bilanzneutralität beim Operating-Leasing, kostet aber durch gestiegene Hardwarepreise und neue regulatorische Anforderungen nach ElektroG4 und CRD VI mehr als noch vor zwei Jahren. Für kurzfristigen oder projektgebundenen Bedarf bleibt die Kurzzeitmiete eine kalkulierbare dritte Option — get-IT-easy e.K. ist ein Beispiel für Anbieter, die dieses Segment ohne Mindestlaufzeit bedienen. Welches Modell passt, entscheidet die konkrete Nutzungsdauer und Liquiditätslage des jeweiligen Betriebs.
Quellen
- https://www.hagel-it.de/it-insights/hardware-leasing-vs-kauf-eine-entscheidungshilfe-fuer-geschaeftsfuehrer
- https://bdl.leasingverband.de/newsroom/pressemitteilungen/einzelansicht/kfw-studie-jeder-vierte-euro-der-kmu-investitionen-laeuft-ueber-leasing
- https://www.hamburg-pc-notdienst.de/device-as-a-service-2026-was-hardware-miete-fuer-kmu-wirklich-kostet/
- https://www.columbus-leasing.de/wissen/blog/aktuelle-preiserhoehungen-it-hardware
- https://www.afbshop.de/
- https://www.elektrogesetz.de/
Stand: 04. Juli 2026