Praxiswebsite: Baukasten oder Agentur?
Jimdo, Wix, Praxissoftware-Website, Freelancer oder spezialisierte Agentur. Wann welcher Weg passt, was er wirklich kostet, und wann Sie uns nicht brauchen.
Darstellung einer Baukasten-Vorlage im Hintergrund und einer individuellen Praxiswebsite im Vordergrund.
Braucht Ihre Praxis überhaupt eine Agentur?
Nicht jede Zahnarztpraxis braucht uns. Eine Praxis mit vollem Terminbuch, langer Warteliste und keinem Personalbedarf braucht eine Website, die Öffnungszeiten, Anfahrt und Telefonnummer zeigt. Das kann ein Baukasten. Diese Seite hilft Ihnen zu entscheiden, welcher Weg zu Ihrer Situation passt, auch wenn die Antwort lautet: erst einmal keiner von uns.
Wir vergleichen vier Wege: Baukasten, Website vom Praxissoftware-Anbieter, Freelancer und spezialisierte Agentur. Bei jedem Weg sagen wir, wann er passt, was er wirklich kostet und wo der Haken liegt. Die Kosten für unsere Arbeit haben wir unter Kosten einer Praxiswebsite offengelegt, damit Sie vergleichen können.
Baukasten: Jimdo, Wix, IONOS und Co.
Für 10 bis 40 Euro im Monat bekommen Sie ein System, in dem Sie per Klick Seiten anlegen, Texte schreiben und Bilder hochladen. Die Vorlagen sind modern, die Bedienung ist einfach, und innerhalb eines Wochenendes steht eine Website.
Passt, wenn
- Sie gern selbst bauen und Zeit dafür haben
- die Website vor allem Kontaktdaten und Öffnungszeiten zeigen soll
- Sie keine neuen Patienten oder Mitarbeiter über die Website gewinnen müssen
- das Budget im ersten Jahr wirklich keine Investition zulässt
Der Haken
- Datenschutz, Heilmittelwerbegesetz und Impressumspflichten liegen komplett bei Ihnen
- Ladezeit und Technik sind oft mittelmäßig, was Google merkt
- Ihre Arbeitszeit kostet: 30 Stunden Praxisinhaber sind teurer als eine Agentur
- Die Website sieht aus wie tausend andere, weil die Vorlage dieselbe ist
Über drei Jahre gerechnet kostet der Baukasten mit Abo, eigener Arbeitszeit und einem Fotografen meist so viel wie eine kompakte Agenturwebsite. Der Unterschied liegt nicht im Geld, sondern darin, wer die Verantwortung trägt und ob die Website am Ende Patienten bringt.
Website vom Praxissoftware-Anbieter oder Dentaldepot
Viele Anbieter von Praxissoftware, Terminlösungen oder Dentaldepots bieten eine Website als Zusatz an, oft für 30 bis 90 Euro im Monat mit Vertragslaufzeit. Der Vorteil: Sie müssen sich um nichts kümmern, und die Terminbuchung ist schon drin.
Der Nachteil zeigt sich meist erst nach zwei Jahren. Die Website basiert auf einer Vorlage, die hunderte Praxen nutzen, mit Texten, die sich nur im Praxisnamen unterscheiden. Bei Google konkurrieren Sie dann mit identischen Inhalten. Und wenn Sie den Vertrag kündigen, etwa weil Sie die Praxissoftware wechseln, ist die Website weg. Domain und Inhalte gehören nicht immer Ihnen, das steht im Kleingedruckten.
Unsere Einschätzung: als Startlösung für eine Neugründung in Ordnung, wenn Domain und Google-Unternehmensprofil auf Ihren Namen laufen. Als dauerhafte Lösung für eine Praxis, die wachsen will, zu eng. Wie ein Umzug von so einer Lösung abläuft, ohne dass Rankings verloren gehen, beschreiben wir unter Praxiswebsite Relaunch.
Freelancer oder der Neffe, der Informatik studiert
Ein guter Freelancer mit Erfahrung bei Arztpraxen ist eine ernsthafte Alternative. Die Kosten liegen meist zwischen 1.500 und 3.500 Euro, die Betreuung ist persönlich, und die Qualität kann sehr gut sein.
Die Risiken liegen nicht in der Qualität, sondern in der Kontinuität. Was passiert, wenn der Freelancer krank ist, in Elternzeit geht oder den Beruf wechselt? Wer hat die Zugänge? Ist dokumentiert, wie die Website gebaut ist? Wir haben viele Praxiswebsites übernommen, deren Erbauer nicht mehr erreichbar war, und jedes Mal begann das Projekt mit der Suche nach Passwörtern. Wenn Sie mit einem Freelancer arbeiten, regeln Sie Zugänge, Dokumentation und Vertretung von Anfang an schriftlich.
Der Neffe, der Informatik studiert, ist eine andere Kategorie. Er kann Websites bauen, aber er kennt weder das Heilmittelwerbegesetz noch die Pflichtangaben im Impressum einer Zahnarztpraxis, und in drei Jahren ist er in München bei einem Konzern. Wir meinen das nicht abwertend, wir haben selbst so angefangen. Aber eine Praxiswebsite ist heute ein Geschäftsinstrument, nicht ein Nebenprojekt.
Spezialisierte Agentur: was Sie bekommen und was nicht
Eine Agentur, die auf Zahnärzte spezialisiert ist, kennt die Fragen, die Patienten stellen, die Regeln, die für Ärzte gelten, und die Terminlösungen, die in Praxen laufen. Sie baut eine Website, die Ihnen gehört, auf Ihrem Hosting, mit dokumentierten Zugängen. Und sie sagt Ihnen, wenn ein Wunsch der Website schadet.
Was Sie bei WZN bekommen
- Eine Website, die auf Zahnärzte zugeschnitten ist, kein angepasster Onlineshop
- Texte, die das Heilmittelwerbegesetz einhalten und trotzdem überzeugen
- Datenschutz und Barrierefreiheit von Anfang an, ohne Cookie-Banner-Wildwuchs
- Ein fester Ansprechpartner von der Bestandsaufnahme bis zum Launch
- Alle Zugänge auf Ihren Namen, dokumentierte Übergabe
- Änderungswünsche eingeplant, ehrliche Rückmeldung, was sinnvoll ist
Was Sie bei uns nicht bekommen
- Ein Rund-um-die-Uhr-Team mit zwanzig Leuten
- Rankinggarantien oder Versprechen zu Patientenzahlen
- Die günstigste Website am Markt
- Rechtsberatung, wir empfehlen bei Bedarf den Anwalt
- Eine Vorlage, die morgen fertig ist, ein Projekt dauert vier bis acht Wochen
Große Agenturen mit 8.000 bis 25.000 Euro Projektvolumen sind für Kliniken und MVZ mit vielen Standorten gedacht. Für eine Einzelpraxis oder eine Gemeinschaftspraxis sind sie überdimensioniert, und die Wartungsverträge laufen oft über Jahre.
Vier Fragen, die die Entscheidung klären
- Was soll die Website leisten?
Nur informieren: Baukasten reicht. Neue Patienten oder Mitarbeiter gewinnen: dann brauchen Sie Inhalte und Sichtbarkeit, die ein Baukasten nicht liefert.
- Wer trägt die rechtliche Verantwortung?
Beim Baukasten Sie allein. Bei einer spezialisierten Agentur prüft jemand mit, der die Regeln kennt. Bei Gesundheitsdaten und Heilmittelwerbegesetz ist das mehr als ein Komfortgewinn.
- Wie viel Zeit haben Sie?
Ein Baukasten kostet Sie 20 bis 40 Stunden für eine brauchbare Website, plus Pflege. Rechnen Sie Ihre Stunde ehrlich, dann ist die Agentur oft günstiger.
- Gehört Ihnen die Website danach?
Domain, Hosting, Inhalte und Zugänge müssen auf Ihren Namen laufen, egal für welchen Weg Sie sich entscheiden. Wer das nicht klärt, zahlt beim nächsten Wechsel doppelt.
Wenn Sie nach diesen Fragen beim Baukasten landen, ist das in Ordnung. Wenn Sie bei der Agentur landen, beschreiben Sie uns Ihre Praxis. Für Praxisgründer haben wir unter Website für die Praxisgründung einen Weg beschrieben, der klein anfängt und mitwächst. Und was eine Website bei uns kostet, steht offen unter Kostenübersicht.
Sie wissen nicht, welcher Weg passt? Beschreiben Sie uns Ihre Situation. Wenn ein Baukasten für Sie reicht, sagen wir das. Wenn nicht, bekommen Sie ein Angebot mit klarem Umfang.
Situation beschreibenHäufige Fragen zur Entscheidung
Können wir mit einem Baukasten anfangen und später zur Agentur wechseln?
Ja, das ist ein legitimer Weg, wenn das Budget am Anfang knapp ist. Wichtig ist, dass Domain und Google-Unternehmensprofil auf Ihren Namen laufen, damit beim Wechsel nichts verloren geht. Die Inhalte lassen sich übernehmen, die Technik nicht. Rechnen Sie also damit, dass der Baukasten eine Zwischenlösung ist und nicht die Basis für später.
Wir haben eine Website vom Praxissoftware-Anbieter. Reicht die?
Für den Anfang oft ja. Prüfen Sie zwei Dinge: Gehört Ihnen die Website, wenn Sie den Vertrag kündigen? Und wie sieht sie auf dem Smartphone aus? Viele dieser Websites sind Vorlagen, die hunderte Praxen teilen, und bei Google konkurrieren Sie dann mit identischen Texten. Sobald Sie Patienten oder Mitarbeiter über die Website gewinnen wollen, stößt das an Grenzen.
Sind Baukästen datenschutzrechtlich sicher?
Das hängt vom Anbieter und von Ihren Einstellungen ab. Manche Baukästen laden Schriften oder Statistiken von Servern außerhalb der EU, ohne dass Sie es abstellen können. Andere lassen sich sauber konfigurieren. Sie müssen es aber selbst prüfen und verantworten, weil der Anbieter dafür keine Haftung übernimmt.
Was ist mit KI-generierten Websites?
Werkzeuge, die aus wenigen Angaben eine komplette Website erzeugen, werden besser. Sie liefern eine Struktur und Texte, die auf den ersten Blick brauchbar sind. Was sie nicht liefern, ist die Prüfung auf Heilmittelwerbegesetz, die datenschutzkonforme Einbindung von Terminlösungen und eine Positionierung, die zu Ihrer Praxis passt. Als Entwurf nützlich, als fertige Praxiswebsite riskant.
Was kostet der Wechsel vom Baukasten zur Agentur?
Dasselbe wie eine neue Website, also bei uns 2.550 bis 4.500 Euro netto, plus die Weiterleitungen der alten Adressen, damit Google und Ihre Verlinkungen nicht ins Leere laufen. Wenn die alte Website Rankings hat, sichern wir sie beim Umzug.
Machen Sie auch die Pflege nach dem Launch?
Wenn Sie möchten, ja. Kleine Änderungen wie Öffnungszeiten oder Teamwechsel erledigen wir kurzfristig, größere Ergänzungen mit Angebot. Wer selbst pflegen will, bekommt eine Website, die das erlaubt, und eine Einweisung. Beides ist möglich, Sie sind an nichts gebunden.
Erst die Situation, dann die Empfehlung
Beschreiben Sie uns kurz Ihre Praxis und was die Website leisten soll. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie lautet, dass ein Baukasten reicht.
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